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Heinrich Portmann – Tagebücher (1945-1946)

19,80 

Die Tagebücher des Sekretärs von Bischof Clemens August Graf

von Galen vom 23. Dezember 1945 bis 12. Juni 1946

Ingrid Lueb (bearb.)

Hardcover | 24 x 17 m | 292 Seiten | ISBN 978-3-944974-40-8 | dialogverlag 2016

Mehr Informationen siehe unten

 

Artikelnummer: 440-8 Kategorie:

Beschreibung

Mit zwei Dokumentensammlungen und einer 1948 erschienenen Biographie »Kardinal von Galen. Ein Gottesmann seiner Zeit« nahm Heinrich Portmann (1905-1961) großen Einfluss auf die Erinnerung an den Bischof von Münster. Dabei verwies Heinrich Portmann selbst mehrfach auf Tagebücher, die jedoch 60 Jahre als verschollen galten, bis günstige Umstände im Seligsprechungsjahr 2005 auch diese Quelle auftauchen ließen.

Anlässlich des 70. Todestages von Kardinal von Galen am 22. März 2016 hat die Historikerin Ingrid Lueb erstmals einen Abschnitt der Tagebücher als Quellenedition zugänglich gemacht. Die Einträge vom 23. Dezember 1945 bis 12. Juni 1946 beschreiben die Nachricht von der Aufnahme dreier deutscher Bischöfe in das Kardinalskollegium durch Papst Pius XII., eine Rom-Reise mit Hindernissen und Überraschungen, die traditionsreichen Feierlichkeiten in der Ewigen Stadt, Besuche in italienischen Kriegsgefangenenlagern, den großen Empfang in Münster, die plötzliche Erkrankung und den Tod des Kardinals nur sechs Tage später. Mit der Beerdigung und der ersten Rezeption endet dieses Tagebuch.

Mit der Herausgabe der Tagebücher verhilft Ingrid Lueb zu einer differenzierten Sicht auf den Kardinal. Bis heute kommen Historiker zu unterschiedlichen Bewertungen über die Rolle des Kardinals in der Zeit der Nazi-Diktatur.

Wie sehr Galen in seiner »katholischen Welt« verhaftet war und von einer Rechristinanierung der Gesellschaft im Nachkriegsdeutschland dachte, beschreibt Portmann in seinem Eintrag vom 23. Juli 1945: »Überall an der Gemeindegrenze Begrüßung durch Bürgermeister, der hervorhob: Bischof hat überall gegen die Nazis und auch jetzt gegen die Willkür der Feinde den Mut gehabt. – Überall reicher Schmuck. Das Heilgeschrei nur noch stellenweise – vom Bischof nicht mehr gewünscht. Alles will wieder katholisch sein. Katholisch ist triumph (sic). Große Gefahr, dass wir versagen könnten.«

Ingrid Lueb erläutert mit vielen Anmerkungen akribisch die Tagebücher. Die Quellenedition gibt einen unverstellten Blick auf die Galen-Verehrung der Katholiken jener Zeit und die Hoffnung auf ein »besseres Deutschland« nach zwölf Jahren Diktatur.

Galen-Forscher werden die Portmann-Tagebücher beachten müssen.

 

 

 

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